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Petition zur Schaffung eines bundesweiten Nachteilsausgleichs bei Dyskalkulie

PRESSEMITTEILUNG

Petition zur Schaffung eines bundesweiten Nachteilsausgleichs bei Dyskalkulie

Mit einer Petition gegen die Diskriminierung von Menschen mit einer Dyskalkulie fordern die Jungen Aktiven des BVL (Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e.V.) die Bildungspolitik auf, bundesweit schulrechtliche Regelungen für einen Nachteilsausgleich zu verankern.

 

Bonn, 5. Mai 2022

Dyskalkulie ist eine Beeinträchtigung grundlegender Rechenfertigkeiten bei allgemein guter Begabung. 3 – 8 Prozent aller Menschen haben eine Dyskalkulie (Rechenstörung). Sie werden durch fehlende Unterstützung an der Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt und haben einen Rechtsanspruch auf Nachteilsausgleich.

Aktuell gibt es nur in 7 Bundesländern schulrechtliche Regelungen zur Dyskalkulie, die bereits mit der Grundschulzeit enden, obwohl die Dyskalkulie bis ins Erwachsenenalter bestehen kann. Der Leidensdruck für die betroffenen Menschen ist durch die Nichtbeachtung ihrer Dyskalkulie extrem hoch und 40 % der Schüler entwickeln psychosomatische Folgeerkrankungen. Die S3-Leitlinie zur Diagnostik und Behandlung der Rechenstörung weist im Abschnitt 6 („Exkurs: Anwendung der Empfehlungen in der Schule“) ausdrücklich darauf hin, dass schulische Maßnahmen im Bereich des Nachteilsausgleichs und Notenschutzes „wichtige Entlastungs- und Unterstützungsmaßnahmen für eine erfolgreiche schulische Laufbahn und spätere Bildungs- und Berufskarriere der betroffenen Person“ darstellen.

Die Jungen Aktiven des BVL fordern die Bildungspolitik auf, bundesweit einheitliche schulrechtliche Regelungen zu erarbeiten und auf Länderebene umzusetzen, die auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren. Hintergrund für diese Forderung sind die je nach Bundesland variierenden schulrechtlichen Regelungen, die auf dem Beschluss der Kultusministerkonferenz (KMK) vom 04.12.2003 i.d.F. vom 15.11.2007 beruhen. Dieser bald 20 Jahre alte Beschluss der KMK geht davon aus, dass es nicht ausreichend wissenschaftliche Erkenntnisse zur Dyskalkulie gibt. Die Rechenstörung ist mittlerweile jedoch weitgehend erforscht und 2018 wurde die medizinische S3-Leitlinie zur Diagnostik und Behandlung der Rechenstörung veröffentlicht, die die wissenschaftlichen Erkenntnisse zusammenführt.

Es besteht dringender Handlungsbedarf, dass die KMK die neuen Forschungsergebnisse zur Dyskalkulie aufgreift und die „Grundsätze zur Förderung von Schülerinnen und Schülern mit besonderen Schwierigkeiten im Lesen und Rechtschreiben oder im Rechnen“ zeitnah anforderungsgerecht überarbeitet. Als eine Folge dieser nicht aktuellen KMK-Empfehlung gibt es bis heute keine schulischen Regelungen, die einen Nachteilsausgleich für Schüler mit einer Dyskalkulie bzw. Rechenstörung auch in Abschlussklassen zulassen. Damit werden Bildungsabschlüsse gefährdet und das Recht auf freie Berufswahl eingeschränkt. Volkswirtschaftlich entsteht dadurch ein großer Schaden, weil die Abschlüsse meist nicht der allgemeinen Begabung entsprechen.

Die Jungen Aktiven bitten um tatkräftige Unterstützung, diesen Missstand schnellstmöglich zu ändern und bundesweite Nachteilsausgleiche bis zum Bildungsabschluss zu verankern. Helfen Sie mit, damit Menschen mit einer Dyskalkulie nicht weiterhin in unserem Bildungssystem diskriminiert werden und zeichnen Sie die Petition bei change.org https://chng.it/c25XvmNw

Weitere Informationen zur Petition und zur Dyskalkulie sind im Internet unter http://www.bvl-legasthenie.de abrufbar.

 

Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e.V.
Annette Höinghaus
c/o EZB Bonn
Postfach 201338
53143 Bonn
Tel.    04193 / 965604
Fax:   04193 / 969304
Mobil: 0172 / 4262463

Pressemeldung des BVL: PISA-Studie spiegelt wieder, was Schülerinnen und Schüler mit einer Legasthenie und Dyskalkulie in deutschen Schulen täglich erleben

Der BVL (Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e.V.) sieht in den Ergebnissen der neuen PISA-Studie bestätigt, dass die fehlende individuelle Förderung in Schulen einen deutlichen Rückgang der Lese-/Rechtschreib- und Rechenkompetenz nach sich zieht.

 

Bonn, 5.12.2019

Der BVL (Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e.V.) hat am 30.09.2019, dem Tag der Legasthenie und Dyskalkulie, erneut darauf aufmerksam gemacht, dass Kinder in den Schulen individuell gefördert werden müssen. Der Lehrkräftemangel dürfe nicht dazu führen, dass Schulen ihren Bildungsauftrag, den Kindern lesen, schreiben und rechnen beizubringen, nicht erfüllen.

Die Entwicklung der Lesekompetenz ist nach den Ergebnissen der neuen PISA-Studie in den letzten 2 Jahren deutlich rückläufig, ebenso ist die Mathematikkompetenz auf einem Abwärtstrend. Was aber besonders erschreckend ist, dass sich die Schere zwischen schwachen und starken Schüler*innen in keinem anderen Land so weit öffnet wie in Deutschland. „Für uns ist es unverantwortlich, dass Schüler*innen mit einer Legasthenie und Dyskalkulie in den meisten Schulen keine individuelle Förderung erhalten“, beklagt Tanja Scherle, Bundesvorsitzende des BVL. „Uns Eltern wird zur Entschuldigung gesagt, es fehlen dafür die Lehrkräfte. Unsere Kinder werden in den Schulen allein gelassen und versagen dann in unserem Bildungssystem“, sagt Scherle.

Kinder mit einer Legasthenie und Dyskalkulie benötigen eine individuelle Förderung, um eine gute Lese-/Rechtschreib- und/oder Rechenkompetenz zu entwickeln. Eine reine Stoffwiederholung oder klassische Nachhilfe hilft diesen Kindern nicht. Die meisten Lehrkräfte wurden in ihrer Ausbildung nicht darauf vorbereitet, wie man diesen Kindern nachhaltig helfen kann. Wenn in unseren Schulen überhaupt noch Förderunterricht angeboten wird, dann in viel zu großen und vor allem inhomogenen Gruppen. Scheitern Kinder aufgrund fehlender Unterstützung in den Schulen, dann ist die gesamte zukünftige Entwicklung gefährdet. Zu viele Kinder verlassen unsere Schulen als Analphabeten oder ohne Schulabschluss.

„Gut begabte Kinder mit einer Legasthenie oder Dyskalkulie versagen in unserem Bildungssystem, weil sie nicht ausreichend lesen, rechtschreiben oder rechnen können. Nicht, weil sie zu dumm oder zu faul sind, sondern weil man sie nicht unterstützt, weder schulisch noch außerschulisch“, bedauert Tanja Scherle. „Außerschulische Therapien müssen von den Eltern selber finanziert werden, weil die Krankenkassen diese Kosten nicht übernehmen. Sie zahlen die Diagnose und dann steht man alleine da“, sagt Scherle. „Wenn Eltern die Therapiekosten nicht selber aufbringen können, dann ist ihr Kind in unserem Bildungssystem verloren. Dass Kinder aus sozial schwachen Familien so keine Bildungsperspektive haben, liegt auf der Hand“, so Scherle.

Der Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie fordert alle Verantwortlichen in Bildung und Politik auf, sich endlich ihrer Verantwortung zu stellen und dafür Sorge zu tragen, qualifizierte Förderung in den Schulen durchzuführen. Der BVL sieht die Problematik des Lehrkräftemangels, aber es müssen neue Wege eingeschlagen werden, indem man qualifizierte Lerntherapeut*innen in die schulische Förderung einbindet. Andere europäische Länder sind uns deutlich voraus und unterstützen Menschen mit einer Legasthenie und Dyskalkulie tatkräftig.

 

Weitere Informationen zum Thema Legasthenie und Dyskalkulie sind im Internet unter http://www.bvl-legasthenie.de  abrufbar.

 

Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e.V.
Annette Höinghaus
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Pippi Langstrumpf und die Dyskalkulie

Pippis Rechenkünste erinnert jeder. Oder? Sie konnte sich nicht merken wie die Zahlen miteinander zusammenhängen. Heute weiß man, dass manche Kinder unter Dyskalkulie leiden. Sie haben ausgeprägte Schwierigkeiten beim Erlernen der Grundrechenarten, der Mengenverhältnisse und der Raumlage, jedoch weniger bei den höheren mathematischen Operationen wie Algebra oder Differentialrechnung. Reichliches Wiederholen führt zu keiner dauerhaften Verbesserung. Sowohl Fehlerquote als auch die Art der Fehler variieren.

Wenn diese Kinder früh erkannt und speziell gefördert werden, haben sie eine (gute) Chance jeden möglichen Schulabschluss zu erlangen. Die Dyskalkulie kann im Verbund mit einer Legasthenie auftreten, sie schließen sich entgegen der verbreiteten Meinung nicht aus.

In Schulen wird leider noch allzu oft eine Wiederholung der nicht gekonnten Aufgaben im Alleingang als Förderunterricht betrachtet. Eine erfolgversprechende Förderung sollte sich jedoch unbedingt an den individuellen Schwächen ausrichten und weniger am aktuellen Unterrichtsstoff. Zudem benötigen diese Kinder gerade eine andere Art der Erklärung, manchmal auch 4 Arten, weil ihnen andere Verarbeitungswege zur Verfügung stehen.

Lehrkräfte, Eltern, das Kind und außerschulische Fachkräfte sollten unbedingt miteinander sprechen und Beobachtungen teilen. Eine fachärztliche Diagnostik eröffnet eine umfassendere Beurteilung der persönlichen Schwächen und Stärken, die in der Regel wiederum zu einer individuelleren und damit erfolgversprechenderen Förderung führen können.

Dyskalkule Kinder erkennt man z. B. an Problemen

  • bei der Orientierung in Raum (oben, unten, rechts, links werden schwer erfasst Ordnung
    klappt nicht allein), schlechtes Vorstellungsvermögen
  • bei der Orientierung in der Zeit (5 Minuten erscheinen wie 5 Stunden „ich fange gar nicht
    erst an“)
  • bei der Orientierung in der Reihenfolge (auslassen/vertauschen der (Nachbar-)Zahlen, Problem rückwärts zu zählen, Punktrechnung vor Strichrechnung)
  • falsches Zählen, Zahlendreher, Probleme beim erfassen des 10 er, 20er, 100er Raums
  • Übersehen von Zahlen, Rechenzeichen, Worten in Textaufgaben
  • spätes Abstrahieren vom Fingerrechnen zum reinen Denken,
  • hohe Varianz in der Fehlerquote,
  • geringe Merkfähigkeit für diesen Bereich
  • Multiplikation und Division fällt noch schwerer als Addition und Subtraktion
  • erkennen „offensichtliche“ Fehler nicht
  • Übertragen von Gelerntem auf ähnliche Aufgaben geschieht nicht

Früherkennung im Kindergarten und Schuleingangsstufe bezieht sich auf die Vorläuferfunktionen wie z. B. die Orientierung in der Raumlage (anziehen, Tisch decken), der Zeit (Tageszeit, Jahreszeit), der Reihenfolge von Tätigkeiten, dem Erkennen von Mengen.

Von Regine Lorenzen, stellvertretende Vorsitzende Landesverband für Legasthenie und Dyskalkulie Schleswig-Holstein e.V., Beratung 04893-3768853 www.lvl-sh.de

Pressemeldung des BVL: Diskriminierung

Diskriminierung: Verweigerung von Nachteilsausgleichen verhindert erfolgreiche Bildungsabschlüsse

Der BVL (Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e.V.) macht auf einen gravierenden Missstand im Umgang mit Nachteilsausgleichen aufmerksam, der dazu führt, dass Deutschland einen Fachkräftemangel beklagt

Bonn, 4. Juli 2019

In vielen Schulen und Hochschulen finden in den Sommermonaten die Abschlussprüfungen statt. Für Menschen mit einer Legasthenie oder Dyskalkulie bedeutet das, von der Willkür der Klassenkonferenzen und Prüfungskommissionen abhängig zu sein. Liegt die medizinische Diagnose einer Lese-Rechtschreibstörung und/oder Rechenstörung vor, besteht ein Rechtsanspruch auf einen individuellen Nachteilsausgleich. Der Nachteilsausgleich muss dabei so gestaltet werden, dass die vorliegende Beeinträchtigung bestmöglich kompensiert wird. So sieht es auch die Rechtsprechung. „Leider erleben wir in der Praxis ein komplett unterschiedliches Bild. Vielen Schüler*innen, Auszubildenden und Studierenden wird entweder kein Nachteilsausgleich oder ein nicht wirksamer Nachteilsausgleich gewährt. Die Folge davon ist, dass sie im schlimmsten Fall ohne Abschluss dastehen“, beklagt Tanja Scherle, Bundesvorsitzende des BVL.

Legasthenie und Dyskalkulie stellen keine Beeinträchtigung der intellektuellen Fähigkeiten und fachlichen Kompetenzen dar. Nur die technischen Fertigkeiten des Lesens, Rechtschreibens und/oder Rechnens sind eingeschränkt. Diese Probleme lassen sich heute gut mit technischen Hilfsmitteln kompensieren. „Menschen mit einer Sehschwäche können diese mit einer Brille ausgleichen und niemand würde einem Brillenträger seine fachliche Kompetenz absprechen“, sagt Scherle. „Menschen mit einer Legasthenie oder Dyskalkulie sieht man ihre Beeinträchtigung nicht an und unterschätzt ihre Fähigkeiten. Die Diskriminierung, die Menschen mit einer Legasthenie oder Dyskalkulie noch immer erfahren, führt dazu, dass sie ihre Potenziale nicht entfalten können und dem Arbeitsmarkt gut qualifizierte Mitarbeiter verloren gehen,“ bedauert Scherle.

Insbesondere Menschen mit einer Dyskalkulie werden daran gehindert, eine gut qualifizierte Ausbildung zu absolvieren, da viele Schulen und Hochschulen einen Nachteilsausgleich verweigern. Noch weniger nachvollziehbar ist es, wenn man Schülern mit einer Rechtschreibstörung einen Zeitzuschlag bei Prüfungen gibt, damit sie mehr Zeit haben, ihre Fehler zu korrigieren. Das ist vergleichbar mit der Situation, einem Schüler mit einer Sehschwäche das Tragen der Brille zu untersagen, weil die anderen Schüler auch keine Brille tragen. „Unser Bildungssystem verspricht unseren Schüler*innen eine Chancengleichheit. Leider erfahren die meisten Menschen mit einer Legasthenie und Dyskalkulie eine massive Diskriminierung“, so Scherle. „Erst gestern hatte ich einen Anruf von einer Mutter mit einem 12jährigen Sohn, der die Begabung für den Besuch eines Gymnasiums hat, aber auf der Realschule ist, da er aufgrund seiner Legasthenie keine Gymnasialempfehlung bekommen hat. Da ihm die Realschule keinen Nachteilsausgleich in Deutsch und Englisch gewährt, soll er jetzt aufgrund der schlechten Noten zur Hauptschule querversetzt werden. Das ist in unserer Beratungspraxis kein Einzelfall“, beklagt Tanja Scherle.

Der Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie fordert alle Verantwortlichen in Bildung und Politik auf, sich endlich ihrer Verantwortung zu stellen und dafür Sorge zu tragen, anforderungsgerechte Nachteilsausgleiche zu ermöglichen. Andere europäische Länder sind uns deutlich voraus und unterstützen Menschen mit einer Legasthenie und Dyskalkulie tatkräftig. Ein Nachteilsausgleich bedeutet keine Bevorzugung der betroffenen Menschen, sondern nur die Herstellung einer Chancengleichheit.

Weitere Informationen zum Thema Legasthenie und Dyskalkulie sind im Internet unter http://www.bvl-legasthenie.de

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Pressemitteilung des BVL: Kurzfilm „I Wonder“

Emotionale Belastungen durch Legasthenie. Neuer Kurzfilm „I Wonder“ plädiert für mehr Akzeptanz und Offenheit

 

Der BVL (Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e.V.) hat das Filmprojekt „I Wonder“ unterstützt, um Menschen mit Legasthenie Mut zu machen, offen damit umzugehen. Sehr einfühlsam wird in dem Kurzfilm gezeigt, wie schwer das Leben mit einer Legasthenie sein kann.

 

Bonn, 25. April 2019

Menschen mit einer Legasthenie fühlen sich bis heute noch immer ausgegrenzt und missverstanden. Sie werden auf ihre Schwächen reduziert und können ihre Begabungen nur selten ausleben. Der Kurzfilm „I Wonder“, für den Olivia Nigl, Studentin der Hochschule Mainz, das Drehbuch geschrieben und Regie geführt hat, greift dieses Problem sehr eindrucksvoll auf. Olivia Nigl hat selber eine Legasthenie und konnte sich so besonders gut in die emotionale Welt von Menschen mit einer Legasthenie einfühlen.

Vielen Menschen mit einer Legasthenie fällt es schwer, sich offen zu ihren Problemen im Lesen und/oder Rechtschreiben zu bekennen. Die vielen Niederlagen und Diskriminierungen in der Schulzeit, aber auch in der Ausbildung, im Studium oder im Beruf machen es für sie schwer, offen darüber zu sprechen. Würden sie mehr Akzeptanz und Toleranz in der Gesellschaft erfahren, würde ihnen viel Leid erspart bleiben.

Der Kurzfilm „I Wonder“ versucht die verschiedenen Facetten im Leben von Menschen mit einer Legasthenie aufzuzeigen, indem er eine Schülerin bis ins Erwachsenenalter begleitet. Als Zuschauer spürt man den seelischen Druck, der auf der Schülerin liegt und der sie auch noch im Erwachsenenalter belastet. Erst als die junge Frau den Mut fasst, vor einem großem Publikum ihr Problem offen anzusprechen, fällt eine große Last von ihren Schultern und sie fühlt sich frei und stark. Unterschiedlich zu sein und unterschiedliche Begabungen zu haben, das steht für die Vielfalt unserer Gesellschaft. Legasthenie gehört zu dieser Vielfalt.

„Wir wünschen, dass es uns gelingt, mit diesem Film die Gesellschaft wach zu rütteln, damit sich Menschen mit einer Legasthenie angenommen fühlen und ihre Potenziale uneingeschränkt entwickeln können. Vielleicht sprechen Bilder mehr als Worte, insbesondere dann, wenn es mit so vielen Emotionen geschieht, wie in diesem Film“, sagt Tanja Scherle, Bundesvorsitzende des BVL.

Mit Unterstützung des BVL wurde das Projekt zusammen mit einem Team von über 50 Studenten, über 100 Statisten und Darstellern, darunter auch Kinder und Jugendliche, sowie einigen Profi-Schauspielern realisiert. Der Film wurde von Spektrumfilm koproduziert und, zusätzlich zur finanziellen Förderung des BVL, mit den Geldern der Film und Medien Nachwuchsförderung Rheinland-Pfalz unterstützt. Die Jugendschauspielschule Scaramouche Academy in Wiesbaden unterstützte das Team u.a. bei der Suche nach jungen Darstellern und den erforderlichen Castings. Für die aussagekräftigen Bilder ist DOP Leander Xaver Kupferer verantwortlich. Den großen organisatorischen Aufwand bewältigte Produzentin Kim Müller. Das Bachelorabschluss-Projekt von Olivia Nigl wurde durch Professorin Katja Davar und Professor Olaf Hirschberg betreut.

Der BVL gratuliert allen Beteiligten zu dem beeindruckenden Film und bedankt sich für das große Engagement. Der Film ist jetzt öffentlich und kann über die Homepage des BVL www.bvl-legasthenie.de abgerufen werden.

 

Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e.V.
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Pressemitteilung des BVL zum Tag der Legasthenie und Dyskalkulie am 30.09.2017

Nicht erkannt – nicht gefördert – kein Schulabschluss!

Die Deutsche Kinderhilfe weist gemeinsam mit dem Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie (BVL) auf einen Missstand in unserem Schulsystem hin, der Kinder mit einer Legasthenie und Dyskalkulie in ihren Bildungschancen deutlich einschränkt und gesellschaftspolitisch untragbar ist.

Berlin, 26. September 2017

Zum 2. Mal wird am 30.9.2017 der Tag der Legasthenie und Dyskalkulie ausgerufen, um deutlich zu machen, dass für die betroffenen Kinder in der Bildung noch viel getan werden muss. Die gemeinsame Kampagne der Deutschen Kinderhilfe und des BVL „Bessere Bildungschancen für Kinder mit Legasthenie und/oder Dyskalkulie!“ soll helfen, die Chancen in unserem Bildungssystem zu verbessern, damit Kinder schulisch unterstützt und nicht „aussortiert“ werden. » Weiterlesen

Wenn Buchstaben Rätsel bleiben

Im Juni lud der Ortsverband Hohenlockstedt / Kellinghusen zu einem Vortrag ein unter dem Titel

„Die Lehse-Rechtschreipstörunk

in dea Kinda- und Jugendzüchatri“.

Referentin Karin Sauer, Diplom-Pädagogin und Entwicklungspsychologin an der Schleswiger Helios-Klinik und Mitglied im Vorstand des Landesverbandes gelang es, nicht nur Eltern und Fachkräfte in eine spannende Diskussion einzuführen – auch konnte sie den anwesenden Vertreter der Presse überzeugen, dass diesem Thema auch über die Betroffenheit hinaus öffentliches Interesse gebührt.

Hier geht es zum Artikel

der am 2. Juli 2017 in der Norddeutschen Rundschau erschien.

Sitzenbleiben ist bei einer Legasthenie oder Dyskalkulie keine Lösung

PRESSEMITTEILUNG

Sitzenbleiben ist bei einer Legasthenie oder Dyskalkulie keine Lösung

 

Der Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie (BVL) empfiehlt Eltern und Pädagogen, Kinder mit einer Legasthenie und Dyskalkulie nicht zusätzlich durch ein Sitzenbleiben seelisch zu belasten.

Bonn, 7. Juli 2017

Der Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e. V. (BVL) erhält aktuell viele Anfragen von Eltern, die sich Rat holen, weil ihre Kinder wegen einer Legasthenie (Lese-Rechtschreibstörung) oder Dyskalkulie (Rechenstörung) sitzen bleiben. Die betroffenen Kinder haben meist keine individuelle Förderung und keinen Nachteilsausgleich wegen ihrer Beeinträchtigung erhalten und die Schule scheint mit der Situation überfordert zu sein. „Die Mathematiklehrerin meiner Tochter teilte mir mit, dass Nadine sich nicht am Unterricht beteiligt und auch bei den Klassenarbeiten versagt. Trotz der zusätzlichen Arbeitsblätter zeige sie keine Fortschritte und solle deshalb die Klasse wiederholen“, beklagt Nadines Mutter. Die Lehrerin habe ihr gesagt, sie kenne sich mit Dyskalkulie nicht aus und wüsste auch nicht, wie man Nadine, die in die 3. Klasse kommen würde, helfen könne. Daher sei eine Klassenwiederholung der beste Weg, um mehr Zeit zu gewinnen, den Schulstoff der 2. Klasse in Mathematik zu wiederholen. „Meine Tochter sitzt weinend in ihrem Zimmer und ist mit ihren 8 Jahren total verzweifelt. Wir fühlen uns von der Schule allein gelassen und fragen uns, was eine Klassenwiederholung bringen soll, wenn Nadine in der Schule nicht gefördert wird“, so die Mutter. » Weiterlesen

Qualifizierte Lerntherapie bei Dyskalkulie statt Arbeitsblätter!

PRESSEMITTEILUNG

Qualifizierte Lerntherapie bei Dyskalkulie statt Arbeitsblätter!

Zum Schulbeginn weist der Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie (BVL) darauf hin, dass es Kindern mit einer Dyskalkulie (Rechenstörung) nicht hilft, zusätzliche Arbeitsblätter zu lösen, sie benötigen eine fachkompetente Dyskalkulietherapie.

Bonn, 29. August 2016

In vielen Bundesländern hat die Schule begonnen und für Kinder mit einer Dyskalkulie beginnt ein Teufelskreis. Sie können noch nicht einmal die einfachsten Rechenaufgaben lösen und bekommen trotzdem zusätzliche Arbeitsblätter zur Übung. Für viele Pädagogen und Eltern ist das nicht nachvollziehbar, denn Mathematik ist im ersten oder zweiten Schuljahr eigentlich für die meisten Kinder kein Problem.

„Nils ist jetzt in die 2. Klasse gekommen und seit seiner Einschulung kämpft er mit dem Rechnen. Er bekommt von seiner Lehrerin immer zusätzliche Arbeitsblätter, damit wir zu Hause üben. Aber irgendwie kommen wir nicht voran, weil Nils ohne meine Hilfe keine Aufgabe lösen kann“, sagt Nils Mutter. „Für Nils ist Mathe wie eine Fremdsprache, die er nicht versteht. Wir sind schon ganz verzweifelt“, klagt Nils Mutter am BVL-Beratungstelefon. » Weiterlesen

Bessere Bildungschancen für Kinder mit Legasthenie und Dyskalkulie!

PRESSEMITTEILUNG

Die Deutsche Kinderhilfe ruft gemeinsam mit dem Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie (BVL) am 30.9. den Tag der Legasthenie und Dyskalkulie aus, um auf die Belange der betroffenen Kinder aufmerksam zu machen.

Bonn, 28. April 2016

Für viele Kinder mit einer Legasthenie und Dyskalkulie ist die Schulzeit eine besondere Hürde, da sie die täglichen Anforderungen nicht bewältigen. Nicht ausreichend Lesen, Rechtschreiben und Rechnen zu können macht es ihnen schwer, das Klassenniveau zu erreichen. In vielen Fällen führt das dazu, dass die betroffenen Kinder keinen begabungsgerechten Bildungsabschluss erreichen. „Seit über 40 Jahren engagiert sich der BVL für Menschen mit einer Legasthenie und Dyskalkulie, um die Rahmenbedingungen in Schule, Ausbildung und Studium zu verbessern. Wir wollen, dass die Kinder nicht auf ihre Schwächen reduziert und die Potenziale erkannt werden. Wir begrüßen es sehr, dass uns die Deutsche Kinderhilfe dabei unterstützt, den Kindern eine Stimme zu geben“, sagt Christine Sczygiel, Bundesvorsitzende des BVL. » Weiterlesen