Archiv für Sigrid Sabrowski

Junge Aktive: Winterworkshop

Wir von den Jungen Aktiven veranstalten vom  17.01. bis zum 19.01.2020 unseren Winterworkshop. Dieser wird in der Jugendherberge Wannsee (Berlin) stattfinden.

Das Motto lautet „Beim Lernen durchstarten mit Legasthenie und Dyskalkulie“.

Es wird also um Lernstrategien und Lernforschung gehen. Denn Lernen ist nicht auf die Schule begrenzt. Außerdem stehen wir mit unserer Teilleistungsstörung auch beim Lernen (z.B. von Vokabeln) vor größeren Schwierigkeiten. Zusammen werden wir Lösungen erarbeiten.

Anmelden kann man sich bis zum 24.10.2019 auf https://www.bvl-legasthenie.de/ja. Alle weiteren Informationen sind dem angehängten Flyer zu entnehmen.

Viele Grüße

Das Sprecher*innenteam

Anton, Christina, Natascha und Svea

Junge Aktive des Bundesverbandes Legasthenie und Dyskalkulie e.V.
JA-Facebookgruppe
ja@bvl-legasthenie.de
Gemeinsam sind wir stark!

Pressemitteilung zum Tag der Legasthenie und Dyskalkulie am 30.09.2019: Aufruf zum Schulwettbewerb gegen Fördernotstand

Der Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie (BVL) ruft gemeinsam mit der Deutschen Kinderhilfe – Die ständige Kindervertretung – am 30.09.2019, dem Tag der Legasthenie und Dyskalkulie, zu einem Schulwettbewerb auf, um eine bestmögliche Förderung für Schülerinnen zu erreichen.

Berlin, 23. September 2019

In Schulen herrscht durch den akuten Lehrkräftemangel ein massiver Fördernotstand. Alle verfügbaren Pädagogen werden für den Regelunterricht eingesetzt und die schulische Förderung kommt dabei zu kurz. Die Bertelsmann-Studie prognostiziert bis 2025 allein an den Grundschulen 26.3000 fehlende Lehrkräfte, was dramatisch ist, denn hier werden die Weichen für die weitere schulische Entwicklung der Kinder gestellt. Um deutlich zu machen, dass Kinder mit einer Legasthenie und Dyskalkulie davon besonders betroffen sind, wird dieses Jahr zum 4. Mal am 30.09.2019 der Tag der Legasthenie und Dyskalkulie ausgerufen. » Weiterlesen

30.09. Tag der Legasthenie und Dyskalkulie: Veranstaltungen

Rund um den bundesweiten Tag der Legasthenie und Dyskalkulie wird es auch in Schleswig-Holstein wieder einige Veranstaltungen geben, z.B. am 30.9.2019 einen Vortrag über „Entscheidungshilfen zur Fremdsprachenwahl“ in Kiel oder Sie erhalten am 2.10. Informationen rund um Legasthenie, Dyskalkulie und unseren Elternverband auf dem Wochenmarkt in Preetz, … –  was genau und wo, entnehmen Sie bitte unserem Kalender.

Hinweisen möchte ich auch auf die erstmalige Aktion des Bundesverbandes: 3 Monate Beitragsfreiheit bei Neu-Mitgliedschaft am 30.09.2019

3 Monate Beitragsfreiheit bei Neu-Mitgliedschaft am 30.09.2019

Werden Sie am Tag der Legasthenie und Dyskalkulie Mitglied und Sie erhalten die ersten 3 Monate Ihre Mitgliedschaft (Oktober bis einschl. Dezember 2019) beitragsfrei. Voraussetzung dafür ist, dass Ihr Mitgliedsantrag am 30.09.2019 bei uns online eingeht. Sie sparen damit 17,50 Euro und können bereits ab 30. September von allen Vorteilen einer Mitgliedschaft profitieren.

Online Mitglied werden

 

Pippi Langstrumpf und die Dyskalkulie

Pippis Rechenkünste erinnert jeder. Oder? Sie konnte sich nicht merken wie die Zahlen miteinander zusammenhängen. Heute weiß man, dass manche Kinder unter Dyskalkulie leiden. Sie haben ausgeprägte Schwierigkeiten beim Erlernen der Grundrechenarten, der Mengenverhältnisse und der Raumlage, jedoch weniger bei den höheren mathematischen Operationen wie Algebra oder Differentialrechnung. Reichliches Wiederholen führt zu keiner dauerhaften Verbesserung. Sowohl Fehlerquote als auch die Art der Fehler variieren.

Wenn diese Kinder früh erkannt und speziell gefördert werden, haben sie eine (gute) Chance jeden möglichen Schulabschluss zu erlangen. Die Dyskalkulie kann im Verbund mit einer Legasthenie auftreten, sie schließen sich entgegen der verbreiteten Meinung nicht aus.

In Schulen wird leider noch allzu oft eine Wiederholung der nicht gekonnten Aufgaben im Alleingang als Förderunterricht betrachtet. Eine erfolgversprechende Förderung sollte sich jedoch unbedingt an den individuellen Schwächen ausrichten und weniger am aktuellen Unterrichtsstoff. Zudem benötigen diese Kinder gerade eine andere Art der Erklärung, manchmal auch 4 Arten, weil ihnen andere Verarbeitungswege zur Verfügung stehen.

Lehrkräfte, Eltern, das Kind und außerschulische Fachkräfte sollten unbedingt miteinander sprechen und Beobachtungen teilen. Eine fachärztliche Diagnostik eröffnet eine umfassendere Beurteilung der persönlichen Schwächen und Stärken, die in der Regel wiederum zu einer individuelleren und damit erfolgversprechenderen Förderung führen können.

Dyskalkule Kinder erkennt man z. B. an Problemen

  • bei der Orientierung in Raum (oben, unten, rechts, links werden schwer erfasst Ordnung
    klappt nicht allein), schlechtes Vorstellungsvermögen
  • bei der Orientierung in der Zeit (5 Minuten erscheinen wie 5 Stunden „ich fange gar nicht
    erst an“)
  • bei der Orientierung in der Reihenfolge (auslassen/vertauschen der (Nachbar-)Zahlen, Problem rückwärts zu zählen, Punktrechnung vor Strichrechnung)
  • falsches Zählen, Zahlendreher, Probleme beim erfassen des 10 er, 20er, 100er Raums
  • Übersehen von Zahlen, Rechenzeichen, Worten in Textaufgaben
  • spätes Abstrahieren vom Fingerrechnen zum reinen Denken,
  • hohe Varianz in der Fehlerquote,
  • geringe Merkfähigkeit für diesen Bereich
  • Multiplikation und Division fällt noch schwerer als Addition und Subtraktion
  • erkennen „offensichtliche“ Fehler nicht
  • Übertragen von Gelerntem auf ähnliche Aufgaben geschieht nicht

Früherkennung im Kindergarten und Schuleingangsstufe bezieht sich auf die Vorläuferfunktionen wie z. B. die Orientierung in der Raumlage (anziehen, Tisch decken), der Zeit (Tageszeit, Jahreszeit), der Reihenfolge von Tätigkeiten, dem Erkennen von Mengen.

 

Von Regine Lorenzen, stellvertretende Vorsitzende Landesverband für Legasthenie und Dyskalkulie Schleswig-Holstein e.V., kostenlose Beratungsnummer 0700 999 585 74 www.lvl-sh.de

Elternseminar Legasthenie

Am 28.09.2019 laden der Landesverband Legasthenie und Dyskalkulie Schleswig-Holstein e.V. und der Ortsverband Hohenlockstedt/Kellinghusen in Kooperation mit Lesen-Schreiben-Rechnen e.V., Kiel, zu einem Elterseminar zum Thema „Stressfaktor Legasthenie“ ein.

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Elternseminar Rechenschwäche – Dyskalkulie

Am 16.11.2019 laden der Landesverband Legasthenie und Dyskalkulie Schleswig-Holstein e.V. und der Ortsverband Hohenlockstedt/Kellinghusen in Kooperation mit Lesen-Schreiben-Rechnen e.V., Kiel, zu einem Elterseminar zum Thema „Rechenschwäche – Dyskalkulie: Wie Eltern helfen können“ ein. » Weiterlesen

Pressemeldung des BVL: Diskriminierung

Diskriminierung: Verweigerung von Nachteilsausgleichen verhindert erfolgreiche Bildungsabschlüsse

Der BVL (Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e.V.) macht auf einen gravierenden Missstand im Umgang mit Nachteilsausgleichen aufmerksam, der dazu führt, dass Deutschland einen Fachkräftemangel beklagt

Bonn, 4. Juli 2019

In vielen Schulen und Hochschulen finden in den Sommermonaten die Abschlussprüfungen statt. Für Menschen mit einer Legasthenie oder Dyskalkulie bedeutet das, von der Willkür der Klassenkonferenzen und Prüfungskommissionen abhängig zu sein. Liegt die medizinische Diagnose einer Lese-Rechtschreibstörung und/oder Rechenstörung vor, besteht ein Rechtsanspruch auf einen individuellen Nachteilsausgleich. Der Nachteilsausgleich muss dabei so gestaltet werden, dass die vorliegende Beeinträchtigung bestmöglich kompensiert wird. So sieht es auch die Rechtsprechung. „Leider erleben wir in der Praxis ein komplett unterschiedliches Bild. Vielen Schüler*innen, Auszubildenden und Studierenden wird entweder kein Nachteilsausgleich oder ein nicht wirksamer Nachteilsausgleich gewährt. Die Folge davon ist, dass sie im schlimmsten Fall ohne Abschluss dastehen“, beklagt Tanja Scherle, Bundesvorsitzende des BVL.

Legasthenie und Dyskalkulie stellen keine Beeinträchtigung der intellektuellen Fähigkeiten und fachlichen Kompetenzen dar. Nur die technischen Fertigkeiten des Lesens, Rechtschreibens und/oder Rechnens sind eingeschränkt. Diese Probleme lassen sich heute gut mit technischen Hilfsmitteln kompensieren. „Menschen mit einer Sehschwäche können diese mit einer Brille ausgleichen und niemand würde einem Brillenträger seine fachliche Kompetenz absprechen“, sagt Scherle. „Menschen mit einer Legasthenie oder Dyskalkulie sieht man ihre Beeinträchtigung nicht an und unterschätzt ihre Fähigkeiten. Die Diskriminierung, die Menschen mit einer Legasthenie oder Dyskalkulie noch immer erfahren, führt dazu, dass sie ihre Potenziale nicht entfalten können und dem Arbeitsmarkt gut qualifizierte Mitarbeiter verloren gehen,“ bedauert Scherle.

Insbesondere Menschen mit einer Dyskalkulie werden daran gehindert, eine gut qualifizierte Ausbildung zu absolvieren, da viele Schulen und Hochschulen einen Nachteilsausgleich verweigern. Noch weniger nachvollziehbar ist es, wenn man Schülern mit einer Rechtschreibstörung einen Zeitzuschlag bei Prüfungen gibt, damit sie mehr Zeit haben, ihre Fehler zu korrigieren. Das ist vergleichbar mit der Situation, einem Schüler mit einer Sehschwäche das Tragen der Brille zu untersagen, weil die anderen Schüler auch keine Brille tragen. „Unser Bildungssystem verspricht unseren Schüler*innen eine Chancengleichheit. Leider erfahren die meisten Menschen mit einer Legasthenie und Dyskalkulie eine massive Diskriminierung“, so Scherle. „Erst gestern hatte ich einen Anruf von einer Mutter mit einem 12jährigen Sohn, der die Begabung für den Besuch eines Gymnasiums hat, aber auf der Realschule ist, da er aufgrund seiner Legasthenie keine Gymnasialempfehlung bekommen hat. Da ihm die Realschule keinen Nachteilsausgleich in Deutsch und Englisch gewährt, soll er jetzt aufgrund der schlechten Noten zur Hauptschule querversetzt werden. Das ist in unserer Beratungspraxis kein Einzelfall“, beklagt Tanja Scherle.

Der Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie fordert alle Verantwortlichen in Bildung und Politik auf, sich endlich ihrer Verantwortung zu stellen und dafür Sorge zu tragen, anforderungsgerechte Nachteilsausgleiche zu ermöglichen. Andere europäische Länder sind uns deutlich voraus und unterstützen Menschen mit einer Legasthenie und Dyskalkulie tatkräftig. Ein Nachteilsausgleich bedeutet keine Bevorzugung der betroffenen Menschen, sondern nur die Herstellung einer Chancengleichheit.

Weitere Informationen zum Thema Legasthenie und Dyskalkulie sind im Internet unter http://www.bvl-legasthenie.de

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Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e.V.
Annette Höinghaus
c/o EZB Bonn
Postfach 201338
53143 Bonn
Tel.    04193 / 965604
Fax:   04193 / 969304
Mobil: 0172 / 4262463

Technische Innovationen – Lesehilfen auf dem Prüfstand

Wem das Lesen schwer fällt, der kommt nicht darum herum, wirklich jede Begegnung mit einem Text als Anlass zum Lese-Training zu nutzen.

Doch es gibt immer wieder Augenblicke, wo das Textverständnis in den Vordergrund rückt, wie z.B. in Klassenarbeiten und Prüfungen. Da geht es nicht darum, dass das Lesen trainiert wird, sondern dass die Aufgabenstellung verstanden wird, damit die Bearbeitung gelingen kann. » Weiterlesen

Teilnehmer gesucht: Umfrage Musik und Legasthenie

Sehr geehrte Damen und Herren,

für ein Forschungsprojekt im Rahmen meiner Bachelor-Arbeit am Institut für Musik der Hochschule Osnabrück suche ich legasthene (Musik-)Schüler/innen (ab 14 Jahre), Studenten und Profimusiker, die bereit wären, an einer Umfrage teilzunehmen.

Die Umfrage ist online zu finden unter

www.musik-legasthenie-umfrage.de

Sie ist selbstverständlich anonym und in etwa 20 Minuten zu beantworten. Erfragt werden der persönliche musikalische Lernlebenslauf und Erfahrungen mit Notenschrift und Legasthenie. Dafür sollten die Teilnehmenden seit mindestens drei Jahren ein Instrument lernen.

Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie diese Anfrage weiterleiten könnten an Ihre musizierenden Schüler/innen, Kolleginnen und Kollegen und andere Kontakte, die weitere legasthene Musiker/innen kennen könnten. Sollten Sie selbst betroffen sein, würde ich mich über Ihre Teilnahme selbstverständlich freuen.

Weiter unten finden Sie noch einen kleinen Informationstext zu meiner Arbeit. Für weitere Informationen melden Sie sich gerne bei mir:

annika.sabrowski@hs-osnabrueck.de

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit,

Annika Sabrowski

 

Just a bunch of dots on the page“

So beschreibt ein musikalisch begabter Legastheniker seine Sicht auf die Notenschrift. Er hat Gesang und Klavier gelernt, doch wegen seiner Frustration das Musiklernen aufgegeben. Da er große Probleme beim Notenlesen hatte, musste ihm sein Lehrer die Stücke, die er lernen wollte, immer wieder vorspielen, doch er konnte die Melodien nicht über einen längeren Zeitraum im Gedächtnis behalten.

Kommen legasthene Kinder und Erwachsene in den Instrumentalunterricht, trifft eine Lehrkraft, die im Lesen geübt ist, auf ein nicht unbedingt offensichtliches Problemfeld. Viele Legastheniker/innen scheinen gute Fähigkeiten entwickelt zu haben, musikalische Schwierigkeiten zu kompensieren und können teilweise ihr eigenes Musiklernen nur schlecht beschreiben, daher können Probleme unter Umständen lange versteckt bleiben. Zudem ist, auch wenn es erkennbare Gemeinsamkeiten (fast) aller legasthenen Musizierenden zu geben scheint, jeder Mensch einzigartig mit seinen Stärken und Schwächen.

Im schulischen Alltag ist die Legasthenie längst angekommen, doch ihre Auswirkungen auf den Instrumentalunterricht im Allgemeinen oder das Notenlesen im Speziellen, sind wissenschaftlich kaum untersucht und fast ausnahmslos in englischsprachigen Quellen beschrieben, obwohl einzelne Betroffene von großen Auswirkungen berichten.

Ich wünsche mir, mit meiner Arbeit einen Beitrag zu leisten, Informationen so zur Verfügung zu stellen, dass Lehrkräfte und legasthene Menschen Zugang zu diesem Thema finden können und sich darauf einlassen, ihren persönlichen Weg des Musizierens zu suchen, anstatt sich durch die Lese- und Rechtschreibschwäche die Freude an der Musik verderben zu lassen. Dazu bitte ich alle musizierenden Legastheniker/innen und alle legasthenen Musiker/innen mit ihren persönlichen Erfahrungen die Forschung zu bereichern.